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Nebenwirkungen von Medikamenten nachschlagen

Wir bieten die Möglichkeit, Statistiken von gemeldeten Nebenwirkungen einzusehen. Dadurch können Sie sich transparent und unabhängig informieren.

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Die Datenbank umfasst alle dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) seit 1995 bis Ende 2017 gemeldeten Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) aus Deutschland. Dabei handelt es sich um Fälle, die entweder von Ärzten, Apothekern, anderen Angehörigen von Heilberufen, Patienten, oder vom Hersteller - außerhalb von klinischen Studien - an das BfArM gemeldet worden sind. In den meisten Fällen sind das solche Nebenwirkungen, die bei der Anwendung von Medikamenten nach Zulassung in der breiten Bevölkerung (also bei Anwendung im Praxisalltag) aufgetreten sind, z.B. in Zusammenhang mit der Einnahme von Antibiotika, Antidepressiva, oder der Pille.

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Bereits wenige Monate nach dem Start von nebenwirkungen.eu wurden über unsere Meldeplattform mehrere hunderte Verdachtsfälle zu Nebenwirkungen gemeldet. Warum auch Sie mitmachen sollten, wenn Sie betroffen sind?

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Über Nebenwirkungen von Medikamenten wird viel debattiert, oftmals kontrovers, und nicht immer immer gibt es eine einheitliche Schlussfolgerung. Wir greifen hier aktuelle Berichterstattungen zu Nebenwirkungen im Allgemeinen wie im Speziellen auf, beispielsweise in Zusammenhang mit Antidepressiva, Antibiotika, oder der Pille. Dabei ist es unser Ziel, Ihnen eine neutrale, verständliche und sorgfältig recherchierte Informationsgrundlage über Arzneimittel zur Verfügung zu stellen, damit Sie sich selbst ein Bild der Lage machen können.

ÜBER UNS

Idee, Vision und Unterstützer nebenwirkungen.eu

Die Idee hinter Nebenwirkungen.eu kommt nicht aus der Theorie - wir haben selbst an Nebenwirkungen von Medikamenten gelitten und uns anschließend über Jahre hinweg mit dem Thema Arzneimittelsicherheit auseinandergesetzt. Wir sind ein Team aus Forschern der LMU und TU München, mit Schwerpunkten in Bioinformatik, nutzerfreundlichem Design, und digitalen Märkten.
Unsere große Vision ist es, die digitale Infrastruktur für die Arzneimittelsicherheit der Zukunft zu entwickeln. Dabei wollen wir alle Beteiligten - Patienten, Ärzte, Apotheker und Pharmahersteller - so miteinander verknüpfen, dass wir unser gemeinsames Ziel erreichen können: Arzneimittel so sicher wie nur möglich zu machen.
Wir sind stolz, viele namhafte Unterstützer für unser Vorhaben gefunden zu haben. Nicht nur werden wir von der Bundesregierung und dem Europäischen Sozialfonds finanziell gefördert, sondern auch durch renommierte Professoren und führende Patientenorganisationen inhaltlich unterstützt. Wollen auch Sie mitmachen? Kontaktieren Sie uns!

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GUT ZU WISSEN

Was sind eigentlich Nebenwirkungen und Wechselwirkungen?

Eine Nebenwirkung ist eine schädliche und unbeabsichtigte Reaktion auf ein Arzneimittel, welche bei bestimmungsgemäßem Gebrauch oder aber auch bei Überdosierung, Fehlgebrauch, Missbrauch oder anderen Medikationsfehlern auftreten kann. In fachmedizinischen Kreisen wird auch oft der Begriff unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) verwendet. Der Grund solcher unerwünschten Begleiterscheinungen ist, dass der Wirkstoff eines Arzneimittel in verschiedenen Körperbereichen wirkt und daher auch verschiedene Reaktionen auslösen kann. Daher kommt auch der berühmte Spruch:

„Wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt, so besteht der dringende Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat.”

Es kann auch vorkommen, dass eine unerwünschte Begleiterscheinung gar nicht auf eine “echte” Nebenwirkung zurückzuführen ist, sondern durch ein anderes Ereignis, z.B. einen Infekt, ausgelöst wird. In diesem Fall kann man von einer Nebenwirkung ausgehen, wenn die Beschwerden auch nach Verschwinden des Infekts anhalten, oder die Beschwerden abklingen, wenn die Einnahme eines Medikaments verringert wird bzw. sich sich verstärken, wenn die Einahme erhöht wird. Im Zweifelsfall sollten Sie das mit Ihrem Arzt abklären.

Wechselwirkungen bezeichnen dann solche Nebenwirkungen, die in Kombination mit der Einnahme anderer Medikamente auftreten. Es kann auch vorkommen, dass eine unerwünschte Wirkung gar nicht auf eine “echte” Nebenwirkung zurückzuführen ist, sondern durch ein anderes Ereignis, z.B. einen Infekt, ausgelöst wird. In diesem Fall kann man von einer Nebenwirkung ausgehen, wenn die Beschwerden auch nach Verschwinden des Infekts anhalten, oder die Beschwerden abklingen, wenn die Einnahme eines Medikaments verringert wird - oder umgekehrt, wenn sie sich verstärken, wenn die Einnahme erhöht wird. Im Zweifelsfall sollten Sie das aber stets mit Ihrem Arzt abklären.

Wie lassen sich Nebenwirkungen unterscheiden?

Nebenwirkungen lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien einteilen. Am bekanntesten und damit auch die im Beipackzettel standardmäßig verwendete Form ist die Einteilung nach der Häufigkeit ihres Auftretens:

  • Von sehr häufigen Nebenwirkungen spricht man, wenn solche bei mindestens 1 von 10 Behandelten (d.h. über 10%) beobachtet wurden,
  • von häufigen Nebenwirkungen spricht man, wenn mindestens bei 1 von 100 Behandelten (d.h. 1% bis 10%) Nebenwirkungen auftraten,
  • gelegentlich beschreibt Nebenwirkungen, die bei mindestens jedem 1000. Behandelten (d.h. 0,1% bis 1%) auftraten,
  • seltene Nebenwirkungen betreffen mindestens 1 von 10.0000 Behandelten (d.h. 0,01% bis 0,1%) und
  • sehr selten bedeutet, dass Nebenwirkungen bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten (d.h. unter 0,01%) zu beobachten war.

Des Weiteren lassen sich Nebenwirkungen ganz allgemein in dosisabhängig und nicht-dosisabhängig einteilen. Bei erstem spricht man von sogenannten Typ-A-Reaktionen, die vorhersehbar sind und für circa 80% aller Nebenwirkungen verantwortlich sind. Diese Nebenwirkungen zeichnen sich gewöhnlich durch einen klaren Zusammenhang zwischen der verabreichten Dosis und unerwünschten Begleiterscheinungen aus. So führt eine stärkere Dosis auch zu stärkeren Nebenwirkungen. Dies ist zum Beispiel oft bei der Verabreichung von Antidepressiva der Fall. Dieser Typ von Nebenwirkungen lässt sich meist durch eine Verminderung der Dosierung wieder behoben, d.h, bei Reduzierung oder Absetzen verschwinden die Nebenwirkungen für gewöhnlich auch wieder.

Typ-B-Reaktionen sind im Gegensatz dazu unabhängig von der Menge des verabreichten Arzneistoffs und können deshalb bereits bei einer sehr geringen Dosierung des Medikaments auftreten. Diese oft auch als “bizarr” bezeichneten Nebenwirkungen resultieren meist aus einer angeborenen Überempfindlichkeit gegen bestimmte Wirkstoffe. Ein prominentes Beispiel ist die nicht selten vorkommende allergische Reaktion gegen das Antibiotikum Penizillin, welche zu sehr schweren Nebenwirkungen, wie Atemwegseinschränkungen und Krampfanfällen, führen kann. Empfohlen wird hier das Medikament sofort abzusetzen.

Neben den zwei Haupttypen gibt es noch weitere spezifische Unterteilungen, wie zum Beispiel Nebenwirkungen, die aufgrund des Absetzens eines Medikaments auftreten. Manche Patienten beklagen zum Beispiel Entzugserscheinungen nachdem sie ihr Antidepressiva abgesetzt haben. In solchen Fällen wird die Wiedereinnahme der Medikation empfohlen. Durch die steigende Polymedikation, d.h. Einnahme von mehr als zwei Medikamenten, in der Bevölkerung ist auch ein anderer Typ, nämlich ein Therapieversagen, immer häufiger zu beobachten. Durch die Kombination verschiedener Medikamente können sich diese in ihrer Wirkweise beeinflussen und zu einer Einschränkung der Konzentration des Wirkstoffes führen. Damit wirkt das Medikament nicht mehr oder weniger stark.

Damit in Zusammenhang ist es wichtig, den Schweregrad einer Nebenwirkung richtig einzuschätzen: Man unterscheidet zwischen leichten, mäßigen und schweren Nebenwirkungen. Leichte Nebenwirkungen bezeichnen in der Regel eine vorübergehende Befindlichkeitsstörung und sind vom Patienten leicht zu ertragen. Mäßige Nebenwirkungen sind als solche zu erkennen, wenn sie den Alltag merklich behindern und als deutlich störend vom Patienten wahrgenommen werden. Bei schweren Nebenwirkungen gilt es sofort zu handeln, da diese lebensgefährlich enden können. Dazu zählen zum Beispiel Krankenhausaufenthalte, dauerhafte Behinderungen, ein Geburtsdefekt oder sogar der Tod.

Schließlich gibt es Nebenwirkungen, die nur bei bestimmten Patientengruppen auftreten. Hierzu gehören Allergiker, Schwangere, Stillende, Kinder, Ältere und Personen mit einer chronischen Erkrankung. Das liegt meistens in deren veränderten körperlichen Konstitution, die zu einer veränderten Aufnahme, Umverteilung und Abbau der Arzneimittelwirkstoffe führt, begründet.

Manche Nebenwirkungen sind unumgänglich

Es gibt jedoch auch Medikamente, deren Nebenwirkungen fast zwangsläufig bei jedem Patienten auftreten. Bekannt sind hier die gewöhnlichen Müdigkeitserscheinungen bei der Einnahme von Antiallergika (zurückzuführen auf die Besetzung des Organismuses durch Antihistaminika) oder der Gewichtszunahme bei der Einnahme der Pille (durch die vermehrten Wassereinlagerungen aufgrund des Östrogen-Hormons). Hier gilt es abzuwarten, ob es sich möglicherweise um eine harmlose Begleiterscheinung handelt, die mit der Zeit wieder verschwindet (= leichte Nebenwirkung) oder ob sich um dauerhafte Beschwerden handelt, die anders therapiert werden sollten. So verbessert sich das Schwindelgefühl, das oft anfangs bei der Einnahme eines Blutdruckmittels auftritt, wenn der Körper sich auf den neuen Wirkstoff einstellt. In manchen Fällen empfiehlt sich jedoch eine aufmerksame Wahrnehmung der körperlichen Veränderung, um zum Beispiel schwerwiegende Schädigungen von Nieren und Leber zu erkennen, wie das der Fall bei Antibiotika sein kann.

Durch Einhalten einer bestimmten Einnahmezeit können Nebenwirkungen bei einigen Arzneimittelgruppen auch verhindert oder eingeschränkt werden. So ist es beispielsweise ratsam, ein müdemachendes Medikament, wie ein Antiallergikum, erst abends vor dem Bettgehen einzunehmen. Durch langsame Steigerung der Dosierung kann manche Nebenwirkung wie eine Magen-Darm-Störung bei Einnahme eines bestimmten Diabetes-Medikaments abgemildert werden.

Jede Meldung trägt zur Stärkung unserer Arzneimittelüberwachung bei

Unabhängig vom Typ und Schweregrad der Nebenwirkung ist es wichtig, dass jede Nebenwirkung gemeldet wird. Auch wenn Pharmaunternehmen, Ärzte und Apotheker gesetzlich dazu verpflichtet sind, jeden Verdachtsfall zu erfassen, bewerten und an offizielle Stellen weiterzuleiten, sind auch Patienten verstärkt dazu aufgefordert, selbst ihre Nebenwirkungen zu melden.

Diese Meldungen sind ein wichtiger Baustein bei der Früherkennung von (schweren) Arzneimittelrisiken und der angemessenen Bewertung des Risiko-/Nutzenprofils von Medikamenten. Durch die kontinuierliche Erfassung des Auftretens von Nebenwirkungen können hierdurch die tatsächlichen Häufigkeiten sowie der Schweregrad ermittelt werden. Auch können so bis dato unbekannte Zusammenhänge, wie zum Beispiel Vorfälle bei bestimmten Risikogruppen, oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, erkannt werden. Zumeist ist es nämlich so, dass viele Medikamente nur an einer bestimmten Anzahl an Patienten und nur über einen begrenzten Zeitraum untersucht werden. Dadurch können oft nur unzureichende Informationen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen gesammelt werden. Auch werden an bestimmten Patientengruppen wie Schwangeren, Stillenden, Säuglingen und Kindern keine Studien zur Arzneimittelsicherheit durchgeführt, so dass für diese Personengruppen keine hilfreichen Daten zur Verträglichkeit vorliegen. Bei vielen Medikamenten treten erst Jahre nach der Marktzulassung schwere Nebenwirkungen, die vorher nicht bekannt waren.

Deswegen: Jede Meldung zählt, damit wir zu jedem Zeitpunkt bestmöglich vorhersagen können, welche Nebenwirkungen auftreten können.